Israelische Journalisten in Belfast attackiert, Kameramann mit Bierkrug am Kopf verletzt
Ein i24NEWS-Team wollte in Belfast für eine Dokumentation über wachsenden Antisemitismus in Europa drehen. Nachdem ein Mann erkannte, dass die Journalisten aus Israel kamen, beschimpfte und verfolgte er sie. Schließlich warf er einen schweren Bierkrug auf den Kameramann.

Ausgerechnet während Dreharbeiten für eine Dokumentation über zunehmenden Antisemitismus in Europa ist ein israelisches Fernsehteam in Belfast angegriffen worden. Der Kameramann Nadav Abbas wurde dabei von einem großen gläsernen Bierkrug am Kopf getroffen und verletzt.
Nach einem Bericht der Jerusalem Post waren i24NEWS-Reporter Yonatan Raveh und Abbas am Wochenende in der nordirischen Hauptstadt unterwegs. Sie führten Straßeninterviews für eine Dokumentationsreihe über Antisemitismus in Europa.
In der Nähe eines bekannten Ausgehviertels bemerkte ein Mann offenbar, dass es sich um Journalisten eines israelischen Fernsehsenders handelte. Nach den von i24NEWS veröffentlichten Videoaufnahmen begann er daraufhin, die beiden zu bedrängen.
Der Mann schrie unter anderem „Fuck Israel“, griff nach der Kameraausrüstung und machte obszöne Gesten in Richtung der Kamera.
Raveh und Abbas versuchten nach Angaben des Senders, sich der Situation zu entziehen. Sie entfernten sich und riefen nach Polizei beziehungsweise Sicherheitspersonal der umliegenden Lokale. Der Mann folgte ihnen jedoch weiter.
Dann eskalierte die Situation.
Der Angreifer warf einen großen gläsernen Bierkrug auf Kameramann Nadav Abbas. Das Glas traf ihn am Kopf und verursachte eine Schnittverletzung.
Das Team konnte sich schließlich in eines der umliegenden Lokale retten. Dort wurde die Wunde versorgt. Nachdem festgestellt worden war, dass Abbas keine weitere medizinische Behandlung benötigte, konnten die beiden Journalisten später nach Israel zurückkehren.
Der Vorfall besitzt eine bittere Ironie: Raveh und Abbas waren gerade nach Belfast gekommen, um über Judenhass und die zunehmend feindselige Atmosphäre gegenüber Juden und Israelis in Europa zu berichten. Während dieser Arbeit wurden sie selbst angegriffen, nachdem ihre Verbindung zu Israel erkannt worden war.
Dabei sollte journalistisch sauber unterschieden werden. Aus den bislang vorliegenden Angaben lässt sich nicht feststellen, ob der Täter Juden als solche angreifen wollte. Dokumentiert ist jedoch nach Angaben von i24NEWS, dass die Aggression begann, nachdem der Mann die Journalisten als Mitarbeiter eines israelischen Senders erkannt hatte, und dass er „Fuck Israel“ rief.
Das macht den Angriff nicht weniger schwerwiegend.
Politische Ablehnung Israels gibt niemandem das Recht, israelische Journalisten zu verfolgen, ihre Arbeitsgeräte anzugreifen und einem Kameramann einen schweren Glaskrug gegen den Kopf zu werfen.
Gerade die Kameraaufnahmen sind deshalb wichtig. Was zunächst als aggressive Beschimpfung begann, blieb nicht bei Worten. Die Situation entwickelte sich zu körperlicher Gewalt.
Besonders bemerkenswert ist auch, dass die Journalisten nach dem Bericht mehrfach versuchten, sich zurückzuziehen. Der Mann ließ jedoch nicht von ihnen ab und folgte ihnen weiter, bevor der Bierkrug flog.
Die Dokumentation über Antisemitismus, für die Raveh und Abbas ursprünglich nach Belfast gereist waren, dürfte damit eine Szene enthalten, die niemand geplant hatte.
Sie zeigt, wie schnell aus „Fuck Israel“ Gewalt gegen Menschen werden kann, deren einziges erkennbares Merkmal in diesem Augenblick darin bestand, für einen israelischen Fernsehsender zu arbeiten.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 16. August 2026