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Kippa als Zielscheibe: Jüdischer Tourist in Rom zweimal attackiert


Ein junger französischer Tourist wird in Rom an zwei aufeinanderfolgenden Tagen angegriffen. Beim zweiten Übergriff wird er geschlagen und getreten, während die mutmaßlichen Täter „Free Palestine“ rufen.

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Ein junger französischer Tourist ist in Rom innerhalb von zwei Tagen zweimal angegriffen worden. Gemeinsam ist beiden Vorfällen ein entscheidendes Detail: Der Mann trug eine Kippa und war damit öffentlich als Jude erkennbar.

Nach dem vorliegenden Bericht wurde er zunächst auf einem Platz in der Nähe des jüdischen Viertels von vier Männern angegriffen. Einer der Täter soll ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben. Anschließend flüchtete die Gruppe.

Doch damit war es offenbar nicht beendet.

Bereits am folgenden Tag soll der Tourist in der Nähe des ersten Tatortes erneut auf mutmaßlich dieselben Männer getroffen sein. Diesmal blieb es nicht bei Pfefferspray. Der Franzose wurde dem Bericht zufolge geschlagen und getreten. Während des Angriffs sollen die Täter „Free Palestine“ gerufen haben.

Die Polizei konnte inzwischen einen der mutmaßlichen Angreifer identifizieren. Nach den übrigen Männern wird weiterhin gesucht.

Das politische Schlagwort bekommt in diesem Zusammenhang eine eindeutige Bedeutung. „Free Palestine“ ist für sich genommen zunächst eine politische Parole. Wird sie jedoch gerufen, während ein sichtbar jüdischer Mensch geschlagen und getreten wird, geht es nicht mehr um Kritik an einer israelischen Regierung. Der Angegriffene wurde nicht als israelischer Politiker oder Soldat erkannt, sondern als Jude.

Kein Einzelfall in Rom

Bereits im April wurde in Rom ein 62 Jahre alter Mann angegriffen, der ebenfalls eine Kippa trug. Italienische Medien berichteten damals, dass er während eines Spaziergangs mit seiner Frau und seiner Tochter zunächst antisemitisch beleidigt und anschließend körperlich attackiert worden sei. Die Polizei nahm Ermittlungen zum möglichen antisemitischen Motiv auf.

Die Häufung solcher Vorfälle passt zu einer Entwicklung, vor der jüdische Organisationen in Italien seit längerem warnen.

Die Fondazione CDEC registrierte für 2025 insgesamt 963 antisemitische Vorfälle, rund zehn Prozent mehr als 2024 und etwa 400 Prozent mehr als 2022. Besonders stark nahmen Diskriminierungen und körperliche Angriffe zu.

Dabei ist eine wichtige Korrektur zur verbreiteten Darstellung notwendig: Die vom CDEC genannten 320 Fälle waren nicht 320 körperliche Angriffe. Es handelte sich um 320 antisemitische Vorfälle außerhalb des Internets. Darunter registrierte das CDEC 18 körperliche Angriffe, außerdem Drohungen, Diskriminierungen, Schmierereien, Sachbeschädigungen und andere Vorfälle.

Das macht die Entwicklung nicht weniger alarmierend. Im Gegenteil: Das CDEC stellte fest, dass gerade die schwerwiegenden Formen des Antisemitismus besonders stark zunahmen. Körperliche Angriffe stiegen gegenüber dem Vorjahr um 225 Prozent. Lazio, zu dem Rom gehört, zählt zu den Regionen, in denen besonders viele reale antisemitische Vorfälle registriert wurden.

Der aktuelle Fall zeigt zugleich, was solche Statistiken im Alltag bedeuten.

Ein Tourist läuft mit einer Kippa durch eine europäische Hauptstadt. Einen Tag wird ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Am nächsten Tag wird er erneut angegriffen, diesmal mit Schlägen und Tritten.

Eine Kippa darf in Rom, Berlin, Paris oder Wien keine Gefahrenmarkierung sein.

Wer einen Juden angreift und dabei „Free Palestine“ ruft, demonstriert nicht für Palästinenser. Er missbraucht eine politische Parole als Begleitung antisemitischer Gewalt.

Genau diese Grenze darf Europa nicht verwischen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 13. August 2026

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