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+++ Hamas-nahe Aktivisten nutzen Symbolik israelischer Geiseln für weltweite Red-Ribbon-Kampagne

Hamas-nahe Aktivisten nutzen Symbolik israelischer Geiseln für weltweite Red-Ribbon-Kampagne


Eine internationale Kampagne stellt palästinensische Häftlinge als „Geiseln“ dar. Recherchen führen zu Aktivisten und Organisationen, denen Verbindungen zu Hamas oder der Muslimbruderschaft vorgeworfen werden.

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Es ist eine der zynischsten Formen politischer Umdeutung seit dem Massaker vom 7. Oktober: Während israelische Familien seit Monaten und Jahren um verschleppte Angehörige kämpfen, während Kinder, Frauen, Männer und alte Menschen von der Hamas als Druckmittel missbraucht wurden, versucht eine internationale Kampagne nun, genau diese Sprache umzudrehen. Rote Schleifen, Plakate, emotionale Parolen, das Bild der unschuldigen Gefangenschaft. Nur geht es diesmal nicht um die Menschen, die aus Israel entführt wurden. Es geht um palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen, darunter verurteilte Terroristen.

Die sogenannte Red Ribbon Kampagne spricht von palästinensischen „Geiseln“. Schon dieses Wort ist keine Nebensache, sondern der Kern der politischen Täuschung. Eine Geisel ist ein Mensch, der von Terroristen entführt und zur Erpressung festgehalten wird. Ein verurteilter Terrorist, der nach einem Verfahren im Gefängnis sitzt, ist keine Geisel. Wer diesen Unterschied verwischt, will nicht nur Mitgefühl wecken. Er will Wahrheit verschieben.

Nach Recherchen der Jerusalem Post führt die Spur der Kampagne nach Großbritannien. Dort soll der Aktivist Adnan Hmidan eine zentrale Rolle spielen. Er wird in Beiträgen der Kampagne als Gründer beziehungsweise Koordinator genannt und ist mit mehreren Organisationen verbunden, die im Umfeld pro-palästinensischer Mobilisierung in Großbritannien auftreten. Dazu zählen das Palestinian Forum in Britain, das Medium Al Arab in UK und der Sender Al Hiwar TV. Genau über solche Kanäle wurde die Kampagne verbreitet, beworben und politisch aufgeladen.

Besonders brisant ist der organisatorische Hintergrund. Das Palestinian Forum in Britain wurde zuvor mit Personen verbunden, denen Sicherheitsbehörden und Regierungen seit Jahren Nähe zu Hamas-Strukturen oder islamistischen Netzwerken vorwerfen. Der frühere führende Funktionär Zaher Birawi wurde im Januar 2026 vom US-Finanzministerium sanktioniert. Die amerikanischen Behörden sehen ihn im Zusammenhang mit der Popular Conference for Palestinians Abroad, die sie als von Hamas kontrollierte Struktur einstufen. Birawi bestreitet solche Vorwürfe. Doch die politische Bedeutung bleibt: Eine Kampagne, die Terroristen als „Geiseln“ inszeniert, entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie wächst in einem Milieu, das seit Jahren versucht, Täterbilder zu entlasten und Israel moralisch an den Pranger zu stellen.

Das Muster ist bekannt. Zuerst wird die Sprache geändert. Aus Terroristen werden „Gefangene“. Aus Häftlingen werden „Geiseln“. Aus Sicherheitsmaßnahmen wird „Unterdrückung“. Aus Mordurteilen wird „Widerstand“. Dann folgt die Symbolik. Die roten Schleifen erinnern erkennbar an die weltweite Solidarität mit den israelischen Geiseln. Die Kampagne übernimmt nicht zufällig Form, Farbe und emotionale Wirkung. Sie will den stärksten moralischen Schmerz Israels gegen Israel selbst wenden.

Damit wird das Leid der israelischen Geiselfamilien nicht nur relativiert. Es wird benutzt. Die Familien, die seit dem 7. Oktober um ihre Angehörigen kämpfen, haben mit gelben Schleifen, Plakaten und Fotos ein Zeichen geschaffen, das weltweit verstanden wurde: Menschen wurden aus ihren Häusern, von einem Musikfestival, aus Kibbuzim und von Militärposten verschleppt. Sie wurden nicht verhaftet, nicht angeklagt, nicht verurteilt. Sie wurden von Terroristen geraubt.

Die Red Ribbon Kampagne setzt dem die Zahl von angeblich 9.100 palästinensischen „Geiseln“ entgegen. Darunter befinden sich zwar auch Menschen in administrativer Haft, über die man in einem Rechtsstaat kritisch und genau diskutieren kann. Doch die Kampagne bleibt dort nicht stehen. Sie fordert regelmäßig die Freilassung von Personen, die wegen schwerer Terrorverbrechen verurteilt wurden oder mit Terrororganisationen verbunden waren. Genannt wurden unter anderem Marwan Barghouti, Walid Daqqa und weitere Figuren, die in Israel nicht als politische Symbolgestalten, sondern als Teil blutiger Gewaltgeschichte wahrgenommen werden.

Genau hier liegt der Punkt, den Europa zu oft verdrängt. Israel hält Menschen nicht fest, weil es Freude an Härte hat. Israel lebt seit Jahrzehnten mit Terror, Anschlägen, Entführungen, Messerattacken, Schusswaffenangriffen, Raketen und organisierter Gewalt. Hinter vielen Haftfällen stehen konkrete Taten, Netzwerke, Anschläge oder Mitgliedschaften in bewaffneten Gruppen. Wer diese Geschichte ausblendet, macht aus einem Sicherheitsproblem ein Propagandabild.

Die Kampagne funktioniert, weil sie westliche Reflexe ausnutzt. Ein rotes Band sieht harmlos aus. Ein Plakat mit einem Namen wirkt menschlich. Ein Begriff wie „Hostage“ löst Mitgefühl aus. Doch politische Symbolik ist nie unschuldig, wenn sie Täter und Opfer vertauscht. Wer einen verurteilten Terroristen mit einer entführten israelischen Mutter gleichsetzt, stellt nicht Gerechtigkeit her. Er zerstört jeden Maßstab.

Dass Prominente und Aktivisten solche Kampagnen weitertragen, macht die Sache gefährlicher. Greta Thunberg und andere bekannte Stimmen haben die Red Ribbon Kampagne in sozialen Netzwerken aufgegriffen oder unterstützt. Viele ihrer Follower dürften kaum prüfen, wer hinter einer Kampagne steht, welche Personen beworben werden und welche Organisationen im Hintergrund mitwirken. Das ist der eigentliche Erfolg solcher Netzwerke: Sie verwandeln komplexe und belastete Strukturen in einfache Bilder, die massenhaft geteilt werden.

Für Israel ist diese Entwicklung mehr als ein PR-Problem. Sie betrifft die Sicherheit des Landes, die Würde der Opfer und die Fähigkeit Europas, zwischen Menschenrechtssprache und Terrorverklärung zu unterscheiden. Niemand muss jede israelische Entscheidung unkritisch gutheißen. Auch demokratische Staaten müssen sich fragen lassen, wie sie Haft, Verfahren und Sicherheitspolitik gestalten. Doch Kritik beginnt bei Wahrheit. Wer mit falschen Begriffen arbeitet, betreibt keine Kritik. Er betreibt Kampagne.

Die rote Schleife soll Mitgefühl erzeugen. Tatsächlich zeigt sie, wie weit die moralische Verdrehung bereits reicht. Eine Bewegung, die sich weigert, zwischen entführten Zivilisten und verurteilten Terroristen klar zu unterscheiden, hat ihren humanitären Anspruch verspielt. Sie spricht von Freiheit, verschweigt aber die Opfer. Sie spricht von Gefangenschaft, verschweigt aber die Taten. Sie spricht von Menschenrechten, macht aber aus Mördern Ikonen.

Europa muss genauer hinsehen. Nicht jede Demonstration, nicht jedes Symbol, nicht jede Kampagne ist harmloser Aktivismus. Manchmal ist es gezielte politische Umdeutung. Manchmal ist es die weiche Verpackung harter Ideologie. Und manchmal ist ein rotes Band nicht Zeichen von Mitgefühl, sondern ein Versuch, Terrorgeschichte umzuschreiben.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 15. Mai 2026

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