Britische Polizei verhindert geplantes Massaker an jüdischer Gemeinschaft in Manchester
Islamisten wollten mit Sturmgewehren ein Massaker unter Juden anrichten und Hunderte Menschen töten. Nur eine verdeckte Operation der Polizei verhinderte einen der schlimmsten Terroranschläge in der Geschichte Großbritanniens.

Die jüdische Gemeinschaft in Manchester ist nur knapp einer Katastrophe entkommen, deren Ausmaß das Land für immer verändert hätte. Ermittler sind überzeugt, dass ein islamistisches Terrornetzwerk plante, mit automatischen Waffen ein Blutbad anzurichten und gezielt möglichst viele Juden zu ermorden. Dass dieser Plan nicht umgesetzt wurde, ist allein einer monatelangen verdeckten Operation zu verdanken, die unter höchstem Risiko durchgeführt wurde.
Im Zentrum der Verschwörung standen zwei Männer, Walid Saadaoui und Amar Hussein. Beide waren tief in der Ideologie des sogenannten Islamischen Staates verankert und hatten ein klares Ziel vor Augen. Sie wollten Juden töten, nicht als spontane Tat, sondern als geplanten Massenmord. Vor Gericht wurde deutlich, dass ihr Hass nicht oberflächlich war, sondern tief verwurzelt und über lange Zeit gewachsen.
Die Ermittlungen begannen unscheinbar. Ein verdeckter Ermittler, der unter falscher Identität in islamistischen Onlinegruppen aktiv war, wurde auf Saadaoui aufmerksam. In persönlichen Gesprächen offenbarte dieser seine Mordfantasien ohne jede Zurückhaltung. Er sprach davon, einen Juden zu töten und dessen Blut zu benutzen. Diese Aussagen waren keine leeren Drohungen. Sie waren der Beginn einer konkreten Planung.
In den folgenden Wochen wurde der Plan immer detaillierter. Die Männer erkundeten jüdische Einrichtungen, analysierten Veranstaltungen und suchten gezielt nach Gelegenheiten, bei denen möglichst viele Menschen anwesend sein würden. Besonders im Fokus stand ein großer Marsch gegen Antisemitismus, an dem zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft teilnehmen wollten. Dort wollten die Terroristen mit Sturmgewehren und Pistolen angreifen und wahllos auf die Menge schießen.
Doch ihr Plan ging noch weiter. Nach dem ersten Angriff wollten sie weitere jüdische Viertel aufsuchen und auch dort Menschen töten. Selbst britische Soldaten standen auf ihrer Liste. Es ging ihnen nicht um ein einzelnes Verbrechen, sondern um eine Serie von Angriffen, die Angst und Chaos auslösen sollte.
Während die Täter glaubten, ihre Waffen zu organisieren, standen sie bereits unter vollständiger Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Jeder Schritt wurde dokumentiert. Jeder Kontakt überwacht. Schließlich griff die Polizei zu und nahm die Männer fest, bevor sie ihre Waffen erhalten konnten.
Das Gericht verurteilte sie zu langen Haftstrafen. Der Richter stellte unmissverständlich fest, dass ihr Ziel die jüdische Gemeinschaft war und dass ihr Handeln von Antisemitismus getrieben wurde. Die Klarheit dieser Feststellung ist wichtig. Es handelte sich nicht um allgemeine Gewalt, sondern um gezielten Judenhass.
Für die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien ist dieser Fall ein weiterer Beleg für eine Realität, die viele längst spüren. Juden sind nicht zufällige Opfer, sondern bewusst gewählte Ziele. Synagogen, Schulen und Veranstaltungen stehen unter ständigem Schutz. Sicherheitsmaßnahmen, die früher undenkbar gewesen wären, sind heute selbstverständlich.
Gleichzeitig zeigt der vereitelte Anschlag, wie entscheidend entschlossenes Handeln der Sicherheitsbehörden ist. Ohne den Mut und die Geduld der Ermittler hätte Manchester heute einen Ort des Gedenkens an ein Massaker, statt eine Geschichte über dessen Verhinderung.
Doch die Tatsache, dass ein solcher Plan überhaupt entstehen konnte, bleibt eine Warnung. Antisemitischer Terror ist keine abstrakte Gefahr. Er ist konkret, organisiert und tödlich. Für Juden in Europa ist dies keine politische Debatte, sondern eine Frage ihres täglichen Lebens.
Autor: Bernd Geiger
Bild Quelle: Symbolbild: By Terry from uk - Clear up day uefa 15 May 2008 manchester, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4073585
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 18. Februar 2026