Trump prüft Großangriff: Dutzende Tankflugzeuge sollen nach Israel
Die USA wollen ihre Luftbetankungskapazitäten in Israel massiv verstärken. Trump hat noch keinen Großangriff beschlossen, doch die Vorbereitungen deuten auf deutlich umfangreichere und länger anhaltende Einsätze gegen Iran hin.

Die amerikanische Regierung hat Israel darüber informiert, dass sie in den kommenden Tagen Dutzende zusätzliche Tankflugzeuge im Land stationieren möchte. Das berichten N12 und Axios unter Berufung auf drei amerikanische und israelische Regierungsvertreter.
Die geplante Verlegung steht demnach im Zusammenhang mit möglichen erheblich ausgeweiteten Angriffen auf das iranische Regime. US-Präsident Donald Trump hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Ihm wurden jedoch am Dienstag bei einer Sitzung im Lagezentrum des Weißen Hauses mehrere neue militärische Optionen vorgelegt.
Die möglichen Operationen sollen deutlich über die gegenwärtigen amerikanischen Angriffe an der Straße von Hormus und entlang der südlichen iranischen Küste hinausgehen. Zur Debatte stehen laut dem Bericht Angriffe auf iranische Kraftwerke und andere Infrastruktur, weitere Schläge gegen Atomanlagen sowie ein Angriff auf eine mutmaßlich im Bau befindliche unterirdische Anlage am sogenannten Pickaxe Mountain.
Die Nachricht über die zusätzlichen Tankflugzeuge ist dabei mehr als eine weitere Drohung Trumps. Tankflugzeuge gehören zu den entscheidenden Voraussetzungen für lange und wiederholte Einsätze tief im iranischen Luftraum. Ihre Verlegung beweist noch nicht, dass ein Großangriff beschlossen wurde. Sie zeigt aber, dass Washington die dafür erforderlichen Kapazitäten vorbereitet.
Mehr Reichweite für größere Angriffswellen
Nach Angaben israelischer Regierungsvertreter befinden sich derzeit bereits ungefähr 30 amerikanische Tankflugzeuge am Flughafen Ben Gurion. Eine ähnlich große Anzahl soll auf dem Flughafen Ramon im Süden Israels stationiert sein. Mit den zusätzlich angeforderten Flugzeugen könnte die amerikanische Präsenz wieder den Umfang erreichen, den sie zu Beginn des Krieges besaß.
Die US-Streitkräfte bevorzugen dem Bericht zufolge israelische Flughäfen, weil andere amerikanisch nutzbare Luftwaffenstützpunkte in der Region stärker durch iranische Raketen und Drohnen bedroht sind. Israel dient damit nicht nur als enger politischer und militärischer Partner, sondern auch als vergleichsweise sicherer Ausgangspunkt für die Unterstützung amerikanischer Kampfflugzeuge.
Luftbetankung ermöglicht es Kampfflugzeugen, länger im Einsatzgebiet zu bleiben, größere Entfernungen zurückzulegen und mehrfach Ziele anzufliegen. Eine erhebliche Verstärkung der Tankerflotte wäre deshalb insbesondere dann erforderlich, wenn die Vereinigten Staaten zahlreiche Ziele in verschiedenen Teilen Irans innerhalb kurzer Zeit angreifen wollten.
Trump erwägt laut Axios eine Eskalation, die dem Regime genügend militärischen und wirtschaftlichen Schaden zufügen soll, um es zur vollständigen Öffnung der Straße von Hormus und zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm zu zwingen.
Der Präsident hatte bereits zuvor mit Angriffen auf Kraftwerke, Brücken und andere wichtige Einrichtungen gedroht. Neu ist nun, dass die amerikanische Regierung offenbar konkrete logistische Vorbereitungen für einen möglicherweise deutlich größeren Luftkrieg trifft.
Unter den diskutierten Optionen sollen weitere Angriffe auf iranische Atomanlagen sein. Ziel könnte es sein, Zugänge zu unterirdischen Bereichen zu verschütten und Bestände angereicherten Urans noch tiefer unter Trümmern zu begraben. Ebenfalls genannt wird die mutmaßliche unterirdische Anlage am Pickaxe Mountain, deren genaue Funktion nicht öffentlich geklärt ist. Westliche Stellen vermuten dort einen Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm.
Diese Angaben beruhen auf anonymen Regierungsvertretern. Eine offizielle Bestätigung des Weißen Hauses, des Pentagons oder der israelischen Regierung liegt bislang nicht vor. Auch über Umfang und Zeitpunkt einer möglichen Operation ist noch nicht entschieden worden. Nach Darstellung der informierten Regierungsvertreter könnte Trump jedoch bereits innerhalb der kommenden Tage eine Ausweitung der Angriffe anordnen.
Israel wird zur strategischen Drehscheibe
Die amerikanische Anfrage stellt die israelische Regierung vor ein Sicherheitsproblem und zugleich vor erhebliche praktische Schwierigkeiten. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme weiterer Tankflugzeuge soll bei Ministerpräsident Benjamin Netanjahu liegen.
Militärisch liegt die Zustimmung im israelischen Interesse. Das iranische Regime bedroht Israel weiterhin mit seinem Raketenprogramm, seiner atomaren Infrastruktur und seinem Netzwerk aus Terrororganisationen. Jeder wirksame amerikanische Schlag gegen diese Fähigkeiten kann die unmittelbare Bedrohung Israels verringern.
Gleichzeitig ist die Stationierung amerikanischer Militärflugzeuge auf dem Flughafen Ben Gurion innenpolitisch umstritten. Die bereits dort abgestellten Maschinen beanspruchen große Abfertigungs- und Parkflächen. Während des Höhepunkts des Krieges war dies weniger problematisch, weil der israelische Luftraum weitgehend geschlossen war und viele ausländische Fluggesellschaften ihre Verbindungen eingestellt hatten.
Inzwischen hat der zivile Flugverkehr wieder zugenommen. Weitere Dutzende Militärflugzeuge könnten zu Flugstreichungen und erheblichen Einschränkungen während der sommerlichen Reisesaison führen. Verkehrsministerin Miri Regev soll deshalb darauf gedrängt haben, amerikanische Tankflugzeuge vom Flughafen Ben Gurion abzuziehen oder ihre Anzahl zumindest zu reduzieren. Das Verteidigungsministerium und die israelischen Streitkräfte widersprachen dem nach Angaben von N12.
Drei Monate vor der israelischen Wahl könnten massenhafte Flugausfälle auch politische Folgen für die Regierung haben. Diese Belastung darf jedoch nicht den strategischen Kern der Entscheidung verdecken. Israel befindet sich weiterhin in einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit einem Regime, das seine Vernichtung propagiert, Terrororganisationen aufrüstet und inzwischen auch amerikanische Stützpunkte und zivile Infrastruktur in mehreren Staaten der Region angreift.
Die Vereinigten Staaten bombardierten zuletzt mehrere Brücken im Raum Bandar Abbas. Nach Angaben eines amerikanischen Regierungsvertreters werden über diese Verbindungen Munition, Material und Verstärkungen für Einheiten der Revolutionsgarden an der Straße von Hormus transportiert. Iran reagierte mit Angriffen auf amerikanische Einrichtungen und verbündete Staaten in der Region.
Die Revolutionsgarden behaupteten zudem, einen amerikanischen Stützpunkt in Syrien angegriffen zu haben. Nach amerikanischen Angaben hatten die US-Streitkräfte die betreffende Anlage allerdings bereits Monate zuvor verlassen. Iranische Erfolgsmeldungen müssen daher weiterhin mit besonderer Vorsicht behandelt werden.
Teheran versucht, durch Angriffe auf Schiffe, Militärstützpunkte und Infrastruktur die Kosten des Krieges auf die gesamte Region zu verteilen. Gleichzeitig droht das Regime mit weiteren Angriffen, sollten die Vereinigten Staaten iranische Energieanlagen treffen. Die berichtete Vorbereitung einer möglichen Huthi-Blockade am Bab al-Mandab gehört zu derselben Strategie der wirtschaftlichen Erpressung.
Netanjahu warnte die iranische Führung am Dienstag ausdrücklich vor einem direkten Angriff auf Israel. Das nächste israelische Vorgehen werde keine Wiederholung der bisherigen Schläge sein, sondern anders und erheblich stärker ausfallen. Nach Einschätzung israelischer Stellen ist Teheran bislang von einem direkten Großangriff auf Israel abgeschreckt, weil es eine massive israelische Antwort befürchtet.
Die zusätzlichen amerikanischen Tankflugzeuge würden diese Abschreckung weiter verstärken. Sie können sowohl der Vorbereitung offensiver Einsätze als auch der Unterstützung von Abfangjägern und anderen Schutzoperationen dienen. Ihre geplante Stationierung ist deshalb ein deutliches militärisches Signal, aber noch keine Bestätigung eines bevorstehenden Angriffs.
Trump hält sich beide Wege offen. Er kann die sichtbaren Vorbereitungen als Druckmittel für neue Verhandlungen einsetzen oder den Befehl zu einer wesentlich größeren Operation geben. Das iranische Regime sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass es sich erneut mit begrenzten Zugeständnissen, gebrochenen Vereinbarungen und anschließenden Angriffen auf die internationale Schifffahrt durchsetzen kann.
Die Tankflugzeuge zeigen, dass Washington diesmal nicht nur mit Eskalation droht. Es schafft die Voraussetzungen, sie innerhalb kurzer Zeit tatsächlich umzusetzen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 18. Juli 2026